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Nachbericht Auktion 169 ?Russisches Kunsthandwerk und Gemälde? am 1. Dezember 2007 ( 06.12.2007 ) Translate this page
Nachbericht Auktion 169 ?Russisches Kunsthandwerk und Gemälde? am 1. Dezember 2007
Das fast 400 Lose umfassende Angebot an Russischer Kunst ließ das Trappenseeschlösschen am 1. Dezember 2007 zu einem Magneten für internationale Kunstkenner-und Liebhaber werden.

An diesem Nachmittag war die Atmosphäre im Saal zum Reißen gespannt und ein überwältigendes Aufgebot an Telefon-und Saalbietern ließ oft nicht nur den Auktionator vor Spannung die Luft anhalten. Zielbewußte und unerschrockene Käufer ließen die Schätzungen oft um ein Mehrfaches steigen und sorgten so für einen überaus erfolgreichen Abschluss dieser Auktion.

Ein fulminanter Auftakt und ein erstes Zeichen, dass der Kunstmarkt weiterhin für russische Kunst offen ist und sich Sammler und Händler nicht scheuen, viel Geld in diesen Markt zu investieren, war ein Militärteller aus der Kaiserlichen Porzellanmanufaktur. Der in das Jahr 1890 datierte Teller mit vergoldeter Fahne und bemalt von Nicolai Kirsanow, fällt in die Herrscherzeit des Zaren Alexander III. Der Mord an seinem Vater Alexander II. lastete schwer auf seiner Regierung und er selbst, ein ungeliebter Herrscher, entging nur knapp einem Attentat. Umso seltsamer mutet die feine polychrome Malerei im Spiegel eines Tellers aus der Kaiserlichen Porzellanmanufaktur an: fern aller Unruhen finden in einer weiten, einsamen Landschaft drei Offiziere aus dem Kaiserlichen Regiment zusammen. Sie ahnen nicht, welch ein Kampf sich um ihre Personen weit hundert Jahre später entfachen soll. Der Teller erzielte während der Auktion, angefacht durch hitzige Bietgefechte zwischen Saal-und Telefonbietern, einen Rekordpreis von 31.500 Euro. Damit steigerte er sich um das fünffache seines Schätzwertes.

Höchstpreise wurden auch in der Sparte Silber erreicht. Solch außergewöhnliche Arbeiten, wie die einer Karaffe mit einer silbernen Fischmontierung (um 1890) aus der weltberühmten Werkstatt Fabergé, stießen schon bei der englischen Königsfamilie auf Interesse: der Prince of Wales erwarb im Jahr 1895 eine identisches Karaffenpaar direkt bei Fabergé. Die bei 9.800 Euro angesetzte Karaffe wurde heiß umkämpft. Der Hammer fiel erst bei 25.200 Euro, königliches Flair mit inbegriffen.

Nicht weniger verlockend war da ein Fabergé Kowsch mit Doppeladler (1898-1903). Das Hoflieferantenzeichen lässt vermuten, dass der Zar selbst diesen Kowsch in der Hand hatte. Sein auf 7.500 Euro geschätzter Wert kletterte in einem rasanten Bietergefecht auf 15.100 Euro hoch.

Dieses Mal kam außerdem eine außergewöhnliche Offerte an edlem und seltenem Cloisonné-Email zum Aufruf: Ein Paar vergoldeter Kowschs mit zwei Salzlöffeln (Moskau, 1896-1908) wurde mit 6.300 Euro zugeschlagen. Ein Cloisonné-Email-Abendtäschchen (Moskau, 1908-1917) wechselte für 5.100 Euro den Besitzer. Ebenso begehrt wie Arbeiten zur Jahrtausendwende waren auch neuere Arbeiten, die in künstlerischer wie auch handwerklicher Qualität ihren Vorbildern aus alten Zeiten in keiner Weise nachstehen: so erkämpfte sich ein hartnäckiger Bieter ein 32-teilges Cloisonné-Service (Leningrad 1973) für 8.800 Euro, damit wurde das doppelte des Schätzpreises erreicht.

Die Sparte Gemälde bot eine breite Auswahl an bedeutenden russischen Künstlern die auch bei den Käufern auf großes Interesse stießen. Bereits hoch geschätzt, stieg der Preis des von dem russischen Künstler Richard Karlovich Zommer (1866-1939) stammenden Gemäldes ?Vor der Teestube? in einem kurzen Bietergefecht von 16.000 Euro auf 21.500 Euro. Die Kunst von Vladimir Ovchinnikov war in den russischen Museen der 60er Jahre nicht gern gesehen und er zählte mit seinen Bildern zu den ?inoffiziellen? Künstlern Russlands, da er nicht konform mit dem von der Regierung vorgeschriebenen ?Sowjetischen Realismus? ging. Vladimir Ovchinnikov gehört heute zu den bedeutendsten, zeitgenössischen Malern in Russland. Und so verpönt seine Kunst auch in den schwierigen 60er Jahren gewesen sein mag, desto selbstbewusster tritt sie heute auf den Kunstmarkt und umso begehrter ist sie bei Sammlern und Händlern. Das aus dem Jahr 1941 stammende Gemälde mit dem märchenhaft anmutenden Motiv einer Frau in Begleitung eines Einhorns, ließ die Gemüter der am Telefon und im Saal anwesenden Bieter aufbrausen: sie schaukelten sich von 6.500 Euro auf 22.700 Euro hoch.

Um einen echten Ausreißer handelte es sich bei einer hölzernen Schatulle mit Petersburger Ansichten. Nach einem Gefecht von Telefon-und Saalbieter kletterte der Schätzpreis von 4.500 auf 25.200 Euro.

Unter den Bronzen stach besonders eine Plastik des Bildhauers Pjotr Alexandrowitsch Samonoff (1863-1910) hervor, die einen reitenden Kosaken zeigt. Sie erreichte einen Zuschlag von 7.600 Euro.


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