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Vorbericht: Auktion ?Süddeutsche Privatsammlung? (9. Mai 2009) - AUKTIONSHAUS DR. JÜRGEN FISCHER ( 24.04.2009 ) Translate this page
Vorbericht: Auktion ?Süddeutsche Privatsammlung? (9. Mai 2009) - AUKTIONSHAUS DR. JÜRGEN FISCHER
Heilbronn, 24. April 2009, (ah/pr) - Am 9. Mai 2009 versteigert das Auktionshaus Dr. Fischer eine nahezu 600 Objekte umfassende ?Süddeutsche Privatsammlung?. Die Objekte von höchster Qualität sind Beleg einer tiefen und langen Sammlerleidenschaft und kündigen Kunstinteressierten eine Quelle der Inspiration an.

Erlesene Bronzen, historisch bedeutendes Schnitt- und Farbglas, wertvolles Silber, seltene Jugendstilvasen und edles Porzellan bilden gemeinsam eine ausgereifte und wohl überlegt zusammengestellte Sammlung, die so manche Schätze verbirgt.

Top-Los unter den Bronzen sind zwei Jugendstil-Reliefplatten von Alphonse Maria Mucha (1860-1939). Die Darstellung zweier stilisierter Frauentypen, die zum einen die ?Musik? und zum anderen die ?Poesie? personifizieren, geht zurück auf eine Vierer-Serie ?Die Künste? aus dem Jahr 1898, die damals als ?Panneaux décoratifs? produziert wurde. Mucha verzichtet bei der Gestaltung auf traditionelle Attribute wie Musikinstrument, Zeichenstift oder Schreibfeder. Stattdessen betont er die schöpferische Inspiration durch die Schönheit der Natur, indem er jeder Kunstart einen natürlichen, mit jeweils einer bestimmten Tageszeit verbundenen Hintergrund zuordnet: bei der Poesie ist es der Blick auf eine Landschaft unter dem Abendstern, bei der Musik ist es der Gesang der Vögel beim Mondaufgang. Der sichelförmig ornamental durchbrochene Kreis hinterfängt den Oberkörper, gleichzeitig dient er als Sitzfläche und Ausblick. Schätzpreis 50.000 Euro

Neben den vollständig im Bronzeguß hergestellten Plastiken finden sich auch die kunstvoll gefertigten Chryselephantine-Figuren, darunter die auf dem Kunstmarkt begehrten Tänzerin-Darstellungen. Eine ausdrucksstarke Tänzerin stammt vom Bildhauer Bruno Zach (1891-1945). Besonders beeindruckend an dieser qualitätsvollen Arbeit sind die kunstvoll geschnitzte Haartracht mit floralen Schmuckelementen und das fein herausgearbeitete Gesicht der Tänzerin. Schätzpreis 3.500 Euro

Ebenfalls eine Elfenbein-Bronze Kombination ist eine Plastik ?Mädchen mit Puppe?, die Ferdinand Preiss (1882-1943) zugeschrieben wird und sich mit dem um diese Zeit so beliebten Kindermotiv beschäftigt. Die teilweise vergoldete Chryselephantine-Figur erinnert in ihrer Haartracht, Kleidung und Mimik an die von Ferdinand Preiss entworfenen Kinderfiguren. Schätzpreis 600 Euro

Einer Thematik ganz anderer Art widmet sich Gerhard Schliepstein (1886-1963) bei einer ?Mandolinenspielerin? die eine tiefe innere Ruhe und Konzentration auf die Musik ausstrahlt. Schätzpreis, 3.500 Euro

Unter den reinen Elfenbeinfiguren sind besonders die Arbeiten von Joseph-Emaniel-Jules Descomps (1869-1950) hervorzuheben. Er zählt zu den bedeutendsten Elfenbeinkünstlern neben Ferdinand Preiss. Er war Schüler von H. Hiolin und stellte regelmäßig mit großem Erfolg in französischen Salons der künstlerischen Gesellschaft aus. Die vorliegende Plastik ?Chloe? ist eine äußerst feine, detailreiche Arbeit. Schätzpreis 600 Euro. Eine weitere Arbeit von ihm ist die Elfenbeinfigur ?Weiblicher Akt eine Taube haltend?. Die hohe Qualität wird besonders in der Herausarbeitung der differenziert dargestellten Haarlocken und der Gesichtszüge deutlich. Schätzpreis 3.500 Euro

Vollständig in Bronze gegossen ist dagegen ein ?Blumenkind? von Gerhard Schliepstein (1886-1963). Dargestellt ist ein Putto mit charaktervoll herausgebildeten Gesichtszügen, der auf einem Reh reitet und eine kunstvoll geflochtene Blumengirlande in den Händen hält. Schätzpreis 2.500 Euro

In tänzerischer Leichtigkeit reiht sich eine ?Russische Tänzerin? von Paul Philippe (1870-1930) in die Riege der Toplose ein. Hier liegt sie in vollständig vergoldeter Bronze vor. In tänzerischer Anspannung auf einem Fuß balancierend zieht die junge Frau im Rüschenkleid und Ballettschuhen die Blicke auf sich. Schätzpreis 2.500 Euro

Dass nicht nur Tänzer zur Bewegungsstudie dienen, zeigt eine Plastik ?Balancierender Knabe? von Ferdinand Liebermann. Die naturalistische Ausformung friert die entscheidenden Sekunden des Fallens bzw. das Ringen um das Gleichgewicht ein. Schätzpreis 5800 Euro.

Bei einer Plastik ?Stierkampf? von dem italienischen Bildhauer Umberto Pinzauti (1886-1960) handelt es sich um eine ungewöhnliche Tier-Menschgruppe. Die Szene wurde dem historischen Roman ?Quo Vadis? des polnischen Schriftstellers Henryk Sienkiewicz entnommen. Es zeigt den dramatischen Kampf eines Mannes gegen einen Stier, auf dessen Rücken eine Jungfrau gefesselt ist. Schätzpreis. 850 Euro

Eine Arbeit aus Terrakotta ?Doppelbüste eines Mädchens und eines Jungens?, von Demetre H. Chiparus (1886-1947). Es handelt sich dabei um eine äußerst lebendig wirkende Darstellung eines Jungen und eines Mädchens mit fein herausgearbeiteten Gesichtszügen und stilisierter Haartracht. Auf den Schultern des Mädchens liegen Kirschen. Schätzpreis 1800 Euro

Außerdem kommt eine seltene Tischlampe des Künstlers Peter Tereszczuk (1875-1963) zum Aufruf. Der Glaseinsatz aus Opalglas mit silbergelben Fadeneinschmelzungen stammt von der Firma Loetz, Wwe.. Die Lampe in Form eines Segelbootes mit dem in sich versunkenen jungen Ruderer und der nachdenklich blickenden jungen Frau ist in seiner melancholischen Ausdruckskraft und der herausragenden Qualität eine ganz besondere Arbeit des österreichischen Bildhauers Peter Tereszczuk. Der Höhepunkt des Schaffens von Peter Tereszczuk lag in den Jahren zwischen 1895 und 1925 in Wien. Er ist besonders durch seine Bronzefiguren bekannt, die u.a. auch mit Elfenbeineinsätzen versehen sind. Als Vertreter des Jugendstils sind durch ihn nicht nur kleine Skulpturen, sondern auch eine Reihe von figürlich überformten Gebrauchsgegenständen entstanden, wie hier zum Beispiel die vorliegende Tischlampe. 4500 Euro

Spektakuläre Sammlerobjekte vollenden das Angebot im Bereich Glas. Ein alpenländischer Schnapshund aus dem Jahr 1727 dient als Beweis für den schon immer vorherrschenden Zwiespalt zwischen der von Alkohol herrührende ?Fröhlichkeit? und dem davon abhängigen häuslichen Segen. Voller Wehmut klingt es da: "Wan ich Beym wein gern frollich wer, So brumbt mein Weib alß wie der Beer 1727". Schätzpreis 3.500 Euro

Historisch bedeutend ist ein Pokal (Glashütte Emde, um 1730), der das Profilbildnis von Ludwig Rudolf (1671-1735), Herzog von Braunschweig-Lüneburg trägt. Das von Standarten, Pauken und Trommeln gerahmte und bekrönte Medaillon mit dem Bildnis des Herzogs stammt von Heinrich Balthasar Sang. Rückseitig ist das von Engeln mit Palmzweigen getragene Fruchtgehänge um ein Ligaturmonogramm ?LR? eingraviert. Schätzpreis 12.000 Euro.

Ein seltener Becher mit dem Gnadenbild Maria Zell (Wien, um 1820), gemalt von Anton Kothgasser, wird ebenfalls Aufsehen erregen. Das in transparenten Emailfarben gemalte Gnadenbild trägt die Inschrift ?"Wunderthätiges Gnadenbild Maria Zell in Steyermark". Schätzpreis 1500 Euro.

Das Thema Jagd wurde detailliert auf einem Pokal (um 1830) festgehalten. Die Darstellung der Jagdgesellschaft wird Dominik Biemann zugeschrieben. Schätzpreis 1.200 Euro.

Weiterhin findet sich in der Glasofferte ein wahres Kleinod: eine Bergkristall-Ambrosiaschale im Originaletui aus dem 17./18. Jh. Die Fußplatte ist mit Hochschliffornamenten verziert und der facettierte Balusterschaft in Kordelfassungen aus Vermeil gehalten. Die Kuppa ist mit muschelförmigem, geschnittenem, eingerolltem Rankenwerk verziert. Die Kostbarkeit wird in einem Originaletui aus geprägtem, teils vergoldetem Leder aufbewahrt. Schätzpreis 2800 Euro.

Im Bereich des Emailglas liegt das Hauptaugenmerk auf einem Humpen eines Metzgers (Oberfranken, 1748). In leuchtenden Emailfarben ist hier ein Schlachterpaar mit seinem Ochsen dargestellt sowie dem Emblem der Metzgerzunft, Schätzpreis 3.000 Euro.

An dieser Stelle soll auch ein seltener Porträtbecher (Böhmen, 19. Jh.) hervorgehoben werden. Das Milchglas ist mit eingesetzten floralen Bordüren und Porträtmedaillons verziert. Auf der Bodenunterseite ist in radierter Goldfolie ein Brustbildnis bez. "MARIA THERESIA" ausgeführt. Auf der Wandung sind zudem von je einem Spitzblatt-Kranz gerahmte Bildnisse von "Feldmarschall LOUDON" sowie "Feldmar: DAUN" zu sehen. Schätzpreis 12.000 Euro.

Herrausragend ist ebenso eine seltene Aufsatzschale (Clichy, Mitte 19. Jh.). Das farblose Glas schmücken mehrfach eingeschmolzene Clichyrosen sowie verschiedene Blütencanes. Schätzpreis 7500 Euro

Das Jugendstilglas brilliert durch eine seltene Vase (Burgun, Schverer und Co, Glashütte Meisenthal, um 1896-1900). Die in Überfangtechnik gearbeitete Vase dient als ?Leinwand? zur Darstellung einer romantischen Waldlandschaft mit Burgruine. Schätzpreis 2500 Euro

Weiter zu nennen ist eine Vase ?metallgelb Phänomen Gre 2/314? von Loetz, Wwe, Klostermühle 1902,Schätzpreis 3.500 Euro, sowie eine bedeutende Soufflé-Vase von Emile Gallé, Nancy (1920er Jahre) mit floralem Dekor aus Blüten, Knospen und Blattwerk des Rhododendron, Schätzpreis 3.500

Die Silberofferte wird angeführt von drei bedeutenden und hervorragend ausgeführten Silberschmiede-Arbeiten aus dem 16. Jahrhundert. Ein Ölmützer-Becher (um 1570/80) macht den Anfang. Es ist eine außergewöhnliche Arbeit voller Detailreichtum. Im Mittelpunkt der ausführlichen Ikonographie stehen die vier Rundmedaillons mit den Evangelisten Markus, Lukas, Matthäus und Johannes und ihren jeweiligen Symbolen (Löwe, Stier, Mensch, Adler). Schätzpreis 9.000 Euro.

Mit historisch bedeutendem Hintergrund wirbt ein Renaissance-Humpen mit schlesischem Allianzwappen (Neisse, Meister Hans Schmidt, um 1570). Der reich dekorierte Humpen trägt frontal ein fein graviertes, von Lorbeergirlanden gerahmtes Allianzwappen, u.a. des Georg von Logau (vor 1500-1553). Schätzpreis 3600 Euro

Ein Renaissancehumpen (Augsburg, Meister Hans Arnold I. 1590-1595) greift erneut religiöse Thematik auf. Im Vordergrund der dort ausgeführten Ikonographie stehen biblische Allegorien: in je einer Beschlagwerkkartusche finden sich figürliche Darstellungen, zum einen Simson mit dem Eselkinnknochen, zum anderen der junge David mit Schild, Pfeilen und Schwert sowie Judith mit Schwert und dem Kopf des Holofernes. Schätzpreis 2.500 Euro.

Wahre Schätze finden sich für Liebhaber und Sammler im Bereich Fayencen und Steingut. Unter dem einmaligen Angebot von Majolikateller stechen besonders eine Urbinoschale aus dem 16. Jh. mit der Darstellung des Raubs der Deianira, eine Zierschale mit dem Salomonischen Urteil und eine Zierschale (Castel Durante, 1540-1550) mit der spielerischen Szene eines Putto beim Ballspiel hervor.

Bedeutendes Steinzeug aus Annaberg, Altenburg, Bunzlau und Westerwald ist ebenso vertreten wie auch Fayencen aus Künersberg, Nürnberg, Ansbach und Proskau.

Für Porzellansammler bietet sich außerdem eine einmalige Gelegenheit, hochwertige und seltene Stücke zu erwerben, darunter eine Meissener Gruppe ?Gärtnerin und Gärtner?, um 1750. Schätzpreis 2.000 Euro

Nicht weniger aufwendig gearbeitet ist eine Meissener Kaminuhr (um 1850), deren Hauptaugenmerk auf dem alles überblickenden Zeus liegt, zu dessen Füßen sich der gefesselte Chronos windet. Schätzpreis 2.500 Euro

Der japanischen Lebensart war Alfred O.A. König verfallen, der 1912 verschiedene asiatische Porzellangruppen für Meissen entwarf, die dort noch vor 1924 ausgeführt wurden. Es handelt sich dabei um einen Japaner im Teehaus, eine Japanerin Kokotte; eine sitzende Japanerin sowie um einen Japaner. Die Figuren sind jeweils auf 800 Euro geschätzt.

Ganz dem Stil der Zeit verfallen und doch ganz und gar zeitlos ist der Entwurf einer Uhr mit Mähnenschafen von Gerhard Schliepstein (1928, Rosenthal um 1928). Schliepsteins Entwurf ist eine radikale Reduzierung auf die Grundformen. Auf dem streng stilisierten Sockel ruhen zwei Mähnenschafe, die mit dem Hals und dem Gehörn das Uhrgehäuse halten. Schätzpreis 3.500 Euro

Prominentes Exponat bei den Gemälden ist die biblische Darstellung von Jesus und Johannes d. Täufer von Hans Thoma (Bernau 1839-1924 Karlsruhe) Das Gemälde ist in einen reliefiert geschnitzten Holzrahmen mit dem Heiligen Geist als Taube sowie verschiedenen figürlichen Darstellungen und Eichblatt gefasst. Hans Thoma betrieb autodidaktische Mal- und Zeichenstudien bevor er 1859 von der Großherzogl. Kunstschule in Karlsruhe aufgenommen wurde, wo er u. a. Schüler von Johann Wilhelm Schirmer war. Sein Studium beendete Thoma im Jahr 1866 und ging nach einem Aufenthalt in Basel und Düsseldorf zusammen mit Otto Scholderer 1868 nach Paris, wo ihn besonders die Werke Gustave Courbets und der Schule von Barbizon beeindruckten. Auch Thoma ging schließlich nach München, die damalige Kunsthauptstadt Deutschlands. Sein Aufenthalt währte von 1870 bis 1876. Er war mit Arnold Böcklin befreundet und stand dem Leibl-Kreis nahe. Seit seiner Ausstellung im Münchner Kunstverein 1890 wurde er allgemein in Deutschland anerkannt und der Kunsthistoriker Henry Thode wurde sein wichtigster Förderer. 1899 wurde er Direktor der Kunsthalle und Professor der Akademie in Karlsruhe. Thoma gehörte bis um etwa 1910 zu den angesehensten Malern Deutschlands. Schätzpreis 12.000 Euro.

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